Girokonto mit Dispo

Viele Menschen kennen die Höhe der Zinsen ihres Dispokredits gar nicht. Erst, wenn sie ihn auch tatsächlich beanspruchen, wird die tatsächliche Prozentzahl deutlich und verursacht nicht selten eine kurze und weniger schöne Überraschung.

Der Dispokredit

Unter einem Dispokredit versteht man die Geldbeträge über die man verfügen kann, obwohl kein Guthaben mehr auf dem Konto vorhanden ist. Die Banken können nach bestimmten Kriterien darüber entscheiden, ob die einen Dispokredit gewähren oder nicht. Ist ein regelmäßiges Einkommen vorhanden, wird ein Dispokredit von einigen Banken bereits bei der Eröffnung eines Kontos eingerichtet. Andere Banken verlangen eine extra Beantragung des Dispos. Die Höhe der Zinsen kann sich dabei von Bank zu Bank deutlich voneinander unterscheiden und dabei zwischen 7 und 17 Prozent liegen. Im Normalfall bekommt man bei einer Direktbank die günstigsten Dispozinsen geboten.

Festgelegt werden die Zinsen für den Dispo von der jeweiligen Hausbank. Nachzulesen sind diese im Preis- und Leistungsverzeichnis oder in einem Aushang bei den Geldautomaten. Wer über einen regelmäßigen Geldeingang verfügt, kann versuchen einen besseren, günstigeren Dispozins auszuhandeln. Ein Dispokredit sollte wirklich nur im absoluten Notfall genutzt werden, wenn keine andere Möglichkeit mehr bleibt. Ansonsten wäre ein Rahmenkredit eine gute und günstigere Alternative.

Um sich einen Überblick über die Dispozinsen verschiedener Banken zu machen, bietet sich ein Vergleich mehrerer Girokonten an. Hierbei wird auch deutlich, dass es zwar zahlreiche Konten mit sehr hohen Zinsen über 10 Prozent gibt (Deutsche Bank, Commerzbank, Postbank usw.), es jedoch auch günstige Alternativen mit Zinshöhen deutlich unter 10 Prozent gibt (fidor Bank, DKB-Bank, ING usw.).

Die geduldete Überziehung

Bei Banken gibt es auch eine sogenannte geduldete Überziehung, bei der die Bank von selbst einen gewissen Überziehungskredit gewährt. Von diesem ist die Rede, wenn der vereinbarte Dispo bereits überschritten oder bei nicht vorhandenem Dispo das Guthaben überschritten wird. Die Bank ist jedoch nicht dazu verpflichtet einen solchen Überziehungskredit zuzulassen. Zudem ist ein Überziehungskredit meist mit noch höheren Zinsen als beim Dispokredit verbunden.

Um über einen Dispokredit verfügen zu können, setzen die meisten Banken ein regelmäßiges Einkommen voraus. Zudem muss man volljährig sein und über einen Wohnsitz innerhalb Deutschlands verfügen. Eine gute Bonität wird ebenfalls vorausgesetzt.

Wie hoch ist ein Dispo?

Wie hoch ein Konto überzogen werden kann, hängt von der individuellen Situation ab. Im Regelfall gilt, dass das Zwei- bis Dreifache eines monatlichen Gehalts als Dispokredit gewährt wird. Wer über negative Schufa-Einträge verfügt oder kein regelmäßiges Gehalt nachweisen kann, wird es schwer haben einen Dispo- oder Überziehungskredit von seiner Bank eingeräumt zu bekommen. Ebenfalls hinderlich sind vergangene Zahlungsausfälle sowie die Ablegung einer Eidesstattlichen Versicherung. Wer ein P-Konto oder Konto ohne Schufa unterhält, kann ebenfalls keinen Gebrauch von einer Überziehung machen. Dies dient vor allem auch dem persönlichen Schutz.

Wer keinen Dispokredit bekommt, weil er beispielsweise über negative Schufa-Einträge verfügt, wird auch nicht allzu leicht Alternativen finden. Hier sollten zuerst die aktuellen Zahlungspflichten durch Senkung der monatlichen Ausgaben abgetragen werden, um die eigenen Bonität wieder zu verbessern. Wer nach Alternativen wegen der zu hohen Dispozinsen sucht und alle Kriterien erfüllen kann, kann einen sogenannten Rahmenkredit beantragen. Hierbei erhält der Antragssteller einen bestimmten Kreditbetrag über den er frei verfügen und den er monatlich abbezahlen kann – zu deutlich günstigeren Zinsen.

Auch ein Wechsel zu einer Bank mit einem günstigeren Dispozins ist eine Möglichkeit. Hat man bei der alten Bank jedoch bereits den Dispokredit genutzt, muss dieser erst getilgt sein, bevor das Konto gekündigt werden kann.

Erfahrungen – unser Fazit

Im besten Fall sollte die Nutzung eines Dispositionskredits verhindert und nach Alternativen gesucht werden. Eine Nutzung sollte ansonsten nur kurzfristig sein und nicht als Dauerlösung dienen. Wer nicht auf einen Dispokredit verzichten will, sollte sich an eine Direktbank halten, da die Dispozinsen dort meist deutlich günstiger ausfallen.